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Selbstständige: BU und Altersvorsorge sinnvoll bündeln

Warum Selbstständige Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge zusammen denken, aber meist getrennt absichern sollten. Reihenfolge, Kombi-Policen, Steuer und Liquidität im Überblick.

Selbstständige prüft Unterlagen zu Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge

Selbstständige stehen ohne das soziale Netz da, das Angestellte oft gar nicht bemerken. Kein Arbeitgeberzuschuss, keine automatische Absicherung der Arbeitskraft, keine betriebliche Vorsorge. Beides, der Schutz der Arbeitskraft und der Aufbau fürs Alter, liegt in der eigenen Hand. Die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge und ob in einem Vertrag oder getrennt.

Kurz gesagt

Für Selbstständige gehören Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge zusammen gedacht, aber in den meisten Fällen getrennt abgeschlossen. Zuerst wird die Arbeitskraft abgesichert, denn ohne Einkommen bricht auch die Altersvorsorge weg. Erst danach folgt der Vermögensaufbau. Eine kombinierte Police mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung wirkt bequem, koppelt aber zwei Entscheidungen aneinander, die besser flexibel bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitskraft zuerst: Eine Berufsunfähigkeit trifft Selbstständige härter, weil kein Erwerbsminderungsschutz greift.
  • Getrennt schlägt Kombi in den meisten Fällen: Zwei eigenständige Verträge bleiben flexibler bei Beitrag, Kündigung und Anpassung.
  • Beiträge flexibel halten, weil das Einkommen schwankt. Zuzahlungen und Pausen sind bei getrennten Verträgen leichter.
  • Steuerlich getrennt betrachten: BU-Beiträge zählen zu den Vorsorgeaufwendungen, die Basisrente wird gesondert gefördert.

Warum die Reihenfolge zählt

Der häufigste Fehler ist, mit dem Vermögensaufbau zu starten und die Arbeitskraft hintenanzustellen. Für Selbstständige ist das riskant. Wer als Angestellter lange genug eingezahlt hat, bekommt im Ernstfall eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, so niedrig sie auch ist. Selbstständige ohne freiwillige Einzahlung haben diesen Anker oft nicht.

Fällt das Einkommen durch Krankheit oder Unfall weg, stoppt nicht nur der Lebensunterhalt, sondern auch jede Sparrate. Deshalb steht die Berufsunfähigkeitsversicherung vor dem Vermögensaufbau. Sie sichert genau die Quelle, aus der die Altersvorsorge überhaupt gespeist wird. Mehr zur Kombination beider Bausteine im Leitfaden BU und Altersvorsorge kombinieren.

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Getrennt oder in einem Vertrag?

Es gibt zwei Wege, beides zu regeln. Entweder eine Rentenversicherung mit eingebauter Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung, kurz BUZ, oder eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung plus eine separate Altersvorsorge.

Die Kombi-Police klingt praktisch, hat aber einen Haken. Kündigst oder pausierst du den Sparanteil, kann der BU-Schutz mit betroffen sein. Und umgekehrt: Willst du die Altersvorsorge später umstellen, hängt die Arbeitskraftabsicherung mit drin. Zwei getrennte Verträge trennen diese Risiken sauber. Du kannst den Sparbeitrag in einem schwachen Jahr senken, ohne den BU-Schutz zu gefährden.

Für die meisten Selbstständigen ist die getrennte Lösung deshalb die flexiblere. Die Kombi kann passen, wenn Gesundheitsfragen bei getrenntem Abschluss teuer würden und die BUZ im Paket leichter zu bekommen ist.

Die Liquiditätsfalle

Selbstständige Einkommen schwanken. Ein starkes Jahr, ein schwaches Jahr, das ist normal. Vorsorgeverträge, die einen festen hohen Beitrag über Jahrzehnte erzwingen, passen dazu schlecht. Wichtiger als die maximale Sparrate ist eine, die auch im schwachen Jahr tragbar bleibt.

Deshalb lohnt sich beim Vermögensaufbau ein Baustein, der Zuzahlungen und Beitragspausen erlaubt, etwa ein ETF-Sparplan oder eine flexible Police. So kannst du in guten Jahren mehr investieren und in schwachen zurückfahren, ohne Verträge zu kündigen und Verluste zu realisieren.

Steuer: zwei getrennte Hebel

Steuerlich laufen die beiden Bausteine über verschiedene Wege. Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Bei vielen Selbstständigen ist dieser Rahmen aber schon durch die Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft, sodass sich die BU steuerlich oft kaum noch auswirkt.

Der Vermögensaufbau hat einen eigenen, oft stärkeren Hebel: die Basisrente (Rürup). 2026 sind Beiträge bis 30.826 Euro für Alleinstehende zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar. Der Preis dafür ist die strenge Bindung, kein Kapitalwahlrecht, keine Kündigung. Wer Flexibilität braucht, ergänzt die Basisrente mit einem frei verfügbaren ETF-Baustein. Wie die Wege sich unterscheiden, steht im Leitfaden Selbstständige und Altersvorsorge.

Prioritäten in der Praxis

Eine sinnvolle Reihenfolge für Selbstständige:

  1. Berufsunfähigkeitsversicherung mit sauberen Bedingungen, so früh wie möglich, weil Gesundheit und Alter den Beitrag bestimmen.
  2. Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben als Liquiditätspuffer.
  3. Altersvorsorge starten, aufgeteilt in einen geförderten Teil (Basisrente) und einen flexiblen Teil (ETF).
  4. In guten Jahren zuzahlen statt den Grundbeitrag dauerhaft hoch zu setzen.

Worauf eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung im Detail zu prüfen ist, steht in der BU-Tarif-FAQ. Typische Zweifel rund um die Vorsorge ohne Arbeitgeber behandelt die FAQ zur Selbstständigen-Vorsorge.

Zum Thema

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung. Welche Aufteilung von BU und Altersvorsorge zu deiner Einkommenslage passt, hängt von Beruf, Gesundheit und Steuersituation ab und klärt sich im Erstgespräch.

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Quellen und weiterführende Informationen

Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für Vorsorge nach Lebensphase:

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