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Auszahlphase planen: der komplette Leitfaden

Der Fahrplan für die Auszahlphase: Töpfe und Lücke bestimmen, Rente oder Kapital entscheiden, Steuer einplanen, Entnahmestrategie wählen und Inflation bedenken.

Die Auszahlphase Schritt für Schritt planen

Die Auszahlphase will genauso geplant sein wie das Ansparen, wird aber oft dem Zufall überlassen. Dabei entscheidet sich hier, wie lange das Ersparte reicht und wie viel netto davon bleibt. Dieser Leitfaden ordnet die Entscheidungen in eine klare Reihenfolge und verweist für die Details auf die einzelnen Beiträge.

Kurz gesagt

Die Auszahlphase plant man in einer festen Reihenfolge: erst die vorhandenen Töpfe und den Bedarf klären, dann je Topf entscheiden, ob eine lebenslange Rente oder eine flexible Entnahme passt, danach die Steuer einplanen, eine Entnahmestrategie festlegen und zuletzt Inflation und eine Reserve berücksichtigen. Weil dieselbe Summe je nach Verpackung und Reihenfolge unterschiedlich besteuert wird und unterschiedlich lange trägt, lohnt die Planung mehr als die Suche nach dem einen richtigen Produkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuerst die Töpfe und den Bedarf klären, dann erst über Produkte reden.
  • Die Frage Rente oder Kapital wird je Topf entschieden, nicht pauschal.
  • In der Auszahlphase zählt das Netto, deshalb gehört die Steuer früh in die Rechnung.
  • Eine Entnahmestrategie schützt vor dem Risiko schlechter Startjahre.
  • Inflation und eine Reserve dürfen über zwanzig Jahre und mehr nicht fehlen.

Schritt 1: Töpfe und Lücke bestimmen

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme. Welche Einkommensquellen gibt es im Alter, also gesetzliche Rente, private Renten, Kapital aus Versicherungen, ein ETF-Depot und eventuell eine betriebliche Altersvorsorge. Diesen Quellen wird der Bedarf gegenübergestellt. Die Differenz ist die Lücke, die aus dem eigenen Vermögen gedeckt werden muss. Wie du sie berechnest, steht in Rentenlücke berechnen, so gehts.

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Schritt 2: Rente oder Kapital entscheiden

Für jeden Topf stellt sich die Frage, ob eine lebenslange Rente oder eine flexible Entnahme besser passt. Eine Rente sichert gegen ein langes Leben ab, gibt dafür Flexibilität und Kapitalzugriff auf. Eine Entnahme aus dem Depot bleibt flexibel, trägt aber das Risiko, das Geld zu überleben. Viele mischen beides: einen sicheren Sockel als lebenslange Rente und einen flexiblen Teil aus dem Depot. Der Vergleich steht in ETF-Depot oder ETF-Versicherung in der Auszahlphase. Ob die Rente sofort oder erst später beginnt, erklärt das Glossar zu Sofortrente und aufgeschobener Rente.

Schritt 3: Die Steuer einplanen

In der Auszahlphase zählt, was nach Steuer übrig bleibt. Gesetzliche Rente und Rürup werden nachgelagert besteuert, eine private Rente nur mit dem Ertragsanteil, eine Kapitalauszahlung kann vom Halbeinkünfteverfahren profitieren, ein ETF-Depot unterliegt der Abgeltungsteuer. Welche Regel für welchen Topf gilt, steht im Überblick Auszahlphase: die Grundlagen der Versteuerung, ein durchgerechnetes Beispiel liefert Halbeinkünfteverfahren: ein Praxisfall zum Rechnen.

Schritt 4: Eine Entnahmestrategie wählen

Ist die Steuer eingeplant, geht es um die Frage, wie das Geld aus dem Depot fließt. Eine feste monatliche Summe ist planbar, eine prozentuale Entnahme passt sich der Marktlage an. Wichtig ist der Schutz vor dem Sequenzrisiko, also der Gefahr, dass schlechte Börsenjahre gleich zu Beginn kommen. Die üblichen Strategien und ihre Fallstricke behandelt ETF in der Auszahlphase: Strategien und typische Fragen, den geordneten Ablauf zeigt ETF-Entnahmeplan: Schritt für Schritt.

Schritt 5: Inflation und Reserve berücksichtigen

Die Auszahlphase dauert oft zwanzig Jahre und mehr, deshalb darf die Inflation nicht ignoriert werden. Was heute reicht, reicht in zwanzig Jahren womöglich nicht. Ein Teil des Vermögens sollte deshalb weiter in schwankenden Anlagen bleiben, um die Kaufkraft zu erhalten. Warum das zählt, steht in Rentenplanung und Inflation: die Kaufkraft im Blick. Dazu gehört ein Puffer aus ein bis zwei Jahresausgaben, damit in einem Einbruch nicht Anteile im Tief verkauft werden müssen.

Schritt 6: Absicherung im Alter nicht vergessen

Auch im Ruhestand bleiben Absicherungsfragen. Sollen Hinterbliebene abgesichert sein, wie sind Bezugsrechte in den Verträgen geregelt, und ist an das Thema Pflege gedacht. Diese Punkte gehören einmal geprüft, damit die Auszahlung im Ernstfall in die richtige Richtung läuft.

Häufige Fehler

  • Die Auszahlphase gar nicht planen und einfach entnehmen, wie es gerade passt.
  • Nur auf die Brutto-Summen schauen und die Steuer außer Acht lassen.
  • Alles verrenten oder alles im Depot lassen, statt beides zu mischen.
  • Das Sequenzrisiko ignorieren und ohne Puffer in die Entnahme starten.
  • Die Inflation über zwanzig Jahre unterschätzen.

So gehst du vor

  1. Alle Einkommensquellen und den Bedarf im Alter auflisten und die Lücke bestimmen.
  2. Je Topf entscheiden, ob Rente oder flexible Entnahme passt.
  3. Die Steuer je Topf einplanen und in Netto-Beträgen denken.
  4. Eine Entnahmestrategie mit Puffer gegen das Sequenzrisiko festlegen.
  5. Inflation berücksichtigen und die Absicherung im Alter prüfen.

Zum Thema

Dieser Leitfaden ist eine allgemeine Orientierung und keine Anlage- oder Steuerberatung. Wie die Auszahlphase konkret zu planen ist, hängt von den vorhandenen Töpfen, der Steuer und den Zielen ab und klärt sich im Erstgespräch. Der Vertragscheck bei Finance Ausbilder ist kostenlos.

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