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Renteneintritt finanziell vorbereiten: das letzte Jahr

Im letzten Jahr vor der Rente zählen drei Finanzweichen: das Depot absichern, das Übergangs-Steuerjahr nutzen und die Einkünfte im Ruhestand klären.

Das letzte Jahr vor dem Renteneintritt finanziell vorbereiten

Das letzte Jahr vor dem Renteneintritt entscheidet finanziell mehr, als viele denken. In dieser Zeit lassen sich noch Weichen stellen, die danach kaum mehr zu ändern sind. Drei zählen besonders: das Depot risikoärmer stellen, das Übergangs-Steuerjahr nutzen und die künftigen Einkünfte klären. Die einzelnen Schritte im Zeitplan stehen in der Checkliste für die letzten zwölf Monate, hier geht es um die Finanzlogik dahinter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurz vor der Rente ist das Depot am verwundbarsten für einen Crash, das Sequenzrisiko ist am höchsten.
  • Ein Puffer aus sicherem Geld nimmt den Druck, im falschen Moment verkaufen zu müssen.
  • Das Übergangsjahr bietet oft ein Fenster, Kapital steuerlich günstig zu entnehmen.
  • Die Höhe der künftigen Einkünfte und die Krankenversicherung im Ruhestand gehören früh geklärt.

Warum gerade das letzte Jahr zählt

Kurz vor dem Renteneintritt ist das angesparte Kapital meist am größten und zugleich am verwundbarsten. Ein starker Börseneinbruch genau jetzt trifft härter als mit 40, weil kaum noch Zeit zur Erholung bleibt und bald Entnahmen beginnen. Dieses Sequenzrisiko, also die Gefahr schwacher Renditen zum Start der Entnahme, ist der rote Faden der finanziellen Vorbereitung. Die gute Nachricht: Mit etwas Vorlauf lässt es sich deutlich entschärfen.

Weiche 1: das Depot risikoärmer stellen

Wer sein Vermögen überwiegend in Aktien-ETF hält, sollte im letzten Jahr prüfen, ob die Aufteilung noch zum nahen Ruhestand passt. Zwei Bausteine helfen. Erstens ein Puffer aus sicherem Geld, meist zwei bis drei Jahresbedarfe auf Tages- oder Festgeld, aus dem die erste Zeit bezahlt wird, ohne Anteile verkaufen zu müssen. Zweitens eine etwas defensivere Aufteilung, damit ein Crash zum Rentenstart nicht das ganze Fundament trifft. Wichtig ist Augenmaß: Zu defensiv zu werden, kostet über einen 20-jährigen Ruhestand ebenfalls Rendite. Wie sich ein Auszahlplan sauber aufsetzen lässt, steht in ETF-Auszahlplan aufbauen: die ersten Prüfpunkte.

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Weiche 2: das Übergangs-Steuerjahr nutzen

Der Übergang vom Gehalt zur Rente schafft oft ein steuerlich günstiges Fenster. Im ersten Jahr ohne volles Gehalt ist der persönliche Steuersatz häufig niedriger. Das kann der richtige Moment sein, eine geplante Kapitalauszahlung zu terminieren oder Gewinne gezielt zu realisieren, weil dann weniger Steuer anfällt. Auch der Sparerpauschbetrag und die Teilfreistellung bei Fonds lassen sich über die Jahre verteilt besser ausnutzen. Das Timing ist heikel und gehört mit dem Steuerberater geplant. Die Grundlagen dazu stehen in Auszahlphase: die Grundlagen der Versteuerung.

Weiche 3: die Einkünfte im Ruhestand klären

Im letzten Jahr sollte feststehen, woraus sich das Einkommen im Ruhestand zusammensetzt. Dazu gehört die Entscheidung, ob Kapital verrentet oder selbst entnommen wird, die Grundsatzfrage Kapital oder Rente. Dazu gehört auch die Krankenversicherung: Ob du in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert bist oder dich freiwillig versichern musst, macht bei den Beiträgen einen spürbaren Unterschied und sollte früh mit der Krankenkasse geklärt werden. Erst wenn die künftigen Einkünfte und Abgaben stehen, lässt sich sagen, ob die Rechnung aufgeht.

Liquidität für den Start

Zwischen dem letzten Gehalt und der ersten Rentenzahlung liegen oft einige Wochen, manchmal Monate, bis Anträge bearbeitet sind. Für diese Zeit sollte genug frei verfügbares Geld bereitliegen, damit keine Lücke entsteht. Dieser Startpuffer ist getrennt vom langfristigen Sequenzrisiko-Puffer zu sehen, er deckt schlicht die ersten Monate.

Der rote Faden

Diese drei Weichen sind die finanzielle Logik hinter dem Übergang. Wann genau welcher Schritt ansteht, vom Antrag bis zur letzten Steuerfrage, ordnet die Checkliste für die letzten zwölf Monate. Den größeren Rahmen zieht der Leitfaden zur Auszahlphase.

Zum Thema

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Anlage- oder Steuerberatung. Wie der Übergang in den Ruhestand im Einzelfall zu planen ist, hängt von Vermögen, Steuer und Versicherungslage ab und klärt sich mit Steuerberater und im Erstgespräch.

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