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ETF-Auszahlplan aufbauen: die ersten Prüfpunkte

Bevor der ETF-Auszahlplan steht: Einkommensbedarf, Entnahmerate, Cash-Puffer, Sequenzrisiko und Steuer. Die ersten Prüfpunkte vor der ersten Entnahme.

Die ersten Prüfpunkte für einen ETF-Auszahlplan

Ein ETF-Depot, das über Jahre gewachsen ist, wird in der Rente zur Einkommensquelle. Der Wechsel von der Ansparphase zur Entnahme will aber vorbereitet sein, denn hier gelten andere Regeln als beim Aufbau. Bevor die erste Entnahme läuft, lohnt der Blick auf einige Prüfpunkte. Die detaillierte Mechanik danach zeigt der ETF-Entnahmeplan Schritt für Schritt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Anfang steht der reale Einkommensbedarf, nicht die Depotgröße.
  • Die Entnahmerate ist eine Faustregel, keine Garantie, und muss zur Lebenserwartung passen.
  • Ein Cash-Puffer schützt davor, in einem schwachen Börsenjahr Anteile verkaufen zu müssen.
  • Das größte Risiko am Anfang ist die Reihenfolge der Renditen, das Sequenzrisiko.

Prüfpunkt 1: der reale Einkommensbedarf

Der Ausgangspunkt ist nicht das Depot, sondern die Lücke. Wie viel Geld fehlt monatlich, wenn die gesetzliche Rente und andere feste Einkünfte abgezogen sind? Erst diese Lücke sagt, wie viel aus dem Depot entnommen werden muss. Wer die Lücke nicht kennt, plant ins Blaue. Wie sie sich ermitteln lässt, steht in Rentenlücke berechnen, so gehts.

Prüfpunkt 2: die Entnahmerate realistisch wählen

Als grobe Orientierung dient die bekannte Faustregel, im ersten Jahr rund 4 Prozent des Depotwerts zu entnehmen und den Betrag danach an die Inflation anzupassen. Diese Regel stammt aus historischen Auswertungen des US-Marktes und ist eine Orientierung, keine Garantie. Bei langer Entnahmedauer, hohen Kosten oder schwachen Börsenphasen kann sie unter Druck geraten. Wichtig ist, die Rate zur eigenen Entnahmedauer zu wählen: Wer mit 67 in Rente geht, muss den Plan über zwei Jahrzehnte oder länger tragfähig halten.

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Prüfpunkt 3: der Cash-Puffer

Der wichtigste Schutz in der Entnahmephase ist ein Puffer aus sicherem Geld, meist zwei bis drei Jahresentnahmen auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Fällt die Börse, wird der Bedarf aus dem Puffer gedeckt, statt ETF-Anteile zu ungünstigen Kursen zu verkaufen. In guten Jahren wird der Puffer wieder aufgefüllt. So muss niemand im Crash verkaufen, um die Miete zu zahlen.

Prüfpunkt 4: das Sequenzrisiko

Das größte Risiko am Anfang der Entnahme ist die Reihenfolge der Renditen, das Sequenzrisiko. Kommen schwache Börsenjahre gleich zu Beginn, während schon entnommen wird, schrumpft das Depot doppelt, durch Kursverluste und durch Entnahmen. Es erholt sich dann schwerer, selbst wenn später gute Jahre folgen. Deshalb sind der Cash-Puffer und eine vorsichtige Startrate am Anfang wichtiger als in späteren Jahren. Strategien dazu behandelt ETF in der Auszahlphase: Strategien und typische Fragen.

Prüfpunkt 5: die Steuer

Beim Verkauf von ETF-Anteilen fällt auf die Kursgewinne die Abgeltungsteuer an, gemildert durch zwei Punkte. Bei Aktien-ETF sind 30 Prozent der Gewinne über die Teilfreistellung steuerfrei. Dazu kommt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, bis zu dem Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Verkauft wird nach dem Prinzip, dass die zuerst gekauften Anteile zuerst veräußert werden. Wer die Entnahmen über das Jahr verteilt und den Pauschbetrag nutzt, kann die Steuerlast glätten. Den Überblick gibt Auszahlphase: die Grundlagen der Versteuerung.

Prüfpunkt 6: Rebalancing und Anpassung

Ein Auszahlplan ist nichts, was einmal steht und dann sich selbst überlassen bleibt. Einmal im Jahr lohnt ein Blick: Passt die Aufteilung zwischen ETF und sicherem Geld noch, ist der Puffer gefüllt, entspricht die Entnahme noch dem Bedarf? Bei Bedarf wird angepasst, in schwachen Jahren die Entnahme eher gebremst. Diese Flexibilität ist ein Vorteil des eigenen Depots gegenüber einer starren Rente.

Wie es weitergeht

Diese Prüfpunkte sind die Vorüberlegung. Der konkrete Aufbau, also die Aufteilung, die Sparpläne umgekehrt als Entnahmepläne und die Umsetzung beim Broker, steht im ETF-Entnahmeplan Schritt für Schritt. Ob eine reine Depotentnahme, eine Rente oder eine Mischung besser passt, wägt Kapitalauszahlung oder Verrentung: die Grundsatzfrage ab.

Zum Thema

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Anlage- oder Steuerberatung. Wie ein Auszahlplan im Einzelfall aussieht, hängt von Depot, Bedarf, Steuer und Risikoprofil ab und klärt sich im Erstgespräch.

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Themenüberblick: ETF-Sparplan oder ETF-Police: Was lohnt sich für die Rente?

Quellen und weiterführende Informationen

Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für ETF für die Altersvorsorge:

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