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Kinder und Vorsorge: die ersten Bausteine

Vorsorge für Kinder richtig aufbauen: erst die Eltern absichern, dann ein einfacher langfristiger Sparbaustein, die Frage nach dem Depot-Inhaber und warum teure Kombiprodukte selten die beste Wahl sind.

Elterngespräch zur Vorsorge und zum Sparen für die Kinder

Wer für die Kinder etwas aufbauen will, fängt am besten nicht beim Kind an, sondern bei den Eltern. Erst wenn deren Arbeitskraft abgesichert ist und der Notgroschen der Familie steht, lohnt ein eigener Sparbaustein für den Nachwuchs. Der größte Vorteil dabei ist die Zeit: Bis zur Volljährigkeit bleiben oft 15 Jahre und mehr, in denen auch kleine Beträge lange arbeiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reihenfolge vor Produkt: erst die Eltern absichern, dann für das Kind sparen.
  • Der lange Horizont bis 18 ist der eigentliche Hebel, nicht die Höhe der Rate.
  • Ein einfacher, breit gestreuter Sparbaustein schlägt teure Kinderpolicen fast immer bei den Kosten.
  • Die Frage nach dem Depot-Inhaber (Kind oder Eltern) hat rechtliche und steuerliche Folgen, die man vorher kennen sollte.

Zuerst die Eltern absichern

Der wichtigste Baustein für ein Kind ist ein abgesichertes Elternhaus. Fällt das Einkommen der Eltern durch Krankheit, Unfall oder Tod weg, hilft kein Sparplan auf den Namen des Kindes. Deshalb stehen die Absicherung der Arbeitskraft und ein ausreichender Notgroschen vor jedem Sparen für den Nachwuchs. Wie sich die Prioritäten mit Kind verschieben, steht in Familie und Altersvorsorge: Wie sich die Prioritäten verschieben, und warum die Reserve zuerst kommt, in Notgroschen oder ETF: Was kommt zuerst?.

Erst wenn diese Grundlage steht, beginnt das Sparen für das Kind. Das wirkt langsam, verhindert aber, dass in einer Notlage ausgerechnet das Geld des Kindes angetastet werden muss.

Der stärkste Hebel ist die Zeit

Beim Sparen für ein Kind zählt der lange Zeitraum mehr als der Betrag. Wer früh anfängt, lässt den Zinseszins über anderthalb Jahrzehnte wirken. Schon kleine, regelmäßige Beträge summieren sich über 15 oder 18 Jahre zu einer spürbaren Summe, ohne dass die Rate im Familienbudget wehtut.

Als Sparbaustein eignet sich für den langen Horizont ein breit gestreuter, weltweiter Aktien-ETF. Er ist günstig, streut über tausende Unternehmen und braucht keine laufende Auswahlentscheidung. Wichtig ist die Regelmäßigkeit: Ein Dauerauftrag, der automatisch läuft, ist verlässlicher als der gute Vorsatz, gelegentlich etwas beiseitezulegen.

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Auf wessen Namen wird gespart?

Hier liegt die eigentliche Weichenstellung. Ein Sparbaustein lässt sich auf den Namen des Kindes oder auf den Namen der Eltern anlegen, und beide Wege haben Folgen.

Ein Depot auf den Namen des Kindes nutzt den eigenen Steuerfreibetrag des Kindes, was steuerlich vorteilhaft sein kann. Der Haken: Das Geld gehört rechtlich dem Kind. Mit 18 kann es frei darüber verfügen, unabhängig davon, wofür die Eltern es gedacht hatten. Außerdem kann angespartes Vermögen des Kindes später eine Rolle spielen, etwa beim BAföG.

Ein Depot auf den Namen der Eltern bleibt dagegen in der Kontrolle der Eltern. Sie entscheiden über den Zeitpunkt und den Zweck der Auszahlung, versteuern die Erträge aber über ihren eigenen Freibetrag. Welcher Weg passt, hängt von der Familiensituation ab. Die steuerlichen Details gehören in die Hand eines Steuerberaters, das ist keine Steuerberatung.

Vorsicht bei teuren Kombiprodukten

Für den Sparzweck werden oft Ausbildungsversicherungen oder spezielle Kinderpolicen angeboten, die Sparen und eine Versicherung in einem Produkt bündeln. Solche Kombiprodukte sind meist teurer als die getrennte Lösung, weil Abschluss- und Verwaltungskosten die Rendite über die Laufzeit schmälern. In vielen Fällen ist es günstiger, das Sparen und eine eventuell nötige Absicherung zu trennen: einen schlanken Sparbaustein für den Vermögensaufbau, und, falls sinnvoll, eine separate Absicherung mit klarem Zweck. Wie stark Kosten über lange Zeiträume wirken, zeigt Altersvorsorge-Kosten: Benchmarks und Vergleichsrahmen.

So fängst du an

  1. Prüfen, ob Arbeitskraft und Notgroschen der Eltern stehen.
  2. Eine tragbare monatliche Rate festlegen, die auch im knappen Monat läuft.
  3. Entscheiden, auf wessen Namen gespart wird, und die Folgen abwägen.
  4. Einen günstigen, breit gestreuten Sparbaustein per Dauerauftrag einrichten.
  5. Teure Kombiprodukte kritisch prüfen und Sparen von Absicherung trennen.

Zum Thema

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Anlage- oder Steuerberatung. Welcher Sparweg und welche Absicherung zu deiner Familie passen, hängt von Einkommen, Zielen und Steuersituation ab und klärt sich im Erstgespräch.

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Quellen und weiterführende Informationen

Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für Vorsorge nach Lebensphase:

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