
Wer selbstständig arbeitet, baut keine betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber auf. Dafür gibt es andere Hebel: Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung, steuerlich attraktive Basisvorsorge über Rürup und zusätzlich ETF oder private Rentenprodukte, wenn Liquidität und Risikobudget passen. Die Kunst ist, aus den Bausteinen eine Reihenfolge zu bauen, die auch in mageren Monaten nicht kippt.
Das Wichtigste in Kürze
- GRV-Pflicht: Viele Selbstständige zahlen verpflichtend in die gesetzliche Rente ein. Das sichert Rentenpunkte, bindet aber Einkommen.
- Rürup als Hebel: Basisrente-Produkte können Beiträge steuerlich mindern, sind aber illiquide und später steuerpflichtig auszahlen. Die Passung zu deinem Gewinn schwankt.
- Privat dazu: ETF-Sparpläne oder fondsgebundene Policen ergänzen, wenn Notgroschen und Steuervorauszahlungen sitzen. Ohne Puffer wird jede Vorsorge zur Stressquelle.
Altersvorsorge Selbständige Rürup: Was Rürup leistet und was nicht
Rürup-Rente meint hier steuerlich geförderte Basisvorsorge für Selbstständige. Typisch sind hohe Höchstbeiträge und eine spätere Versteuerung der Leistung. Vorteil ist die Steuerentlastung heute, Nachteil die lange Bindung und fehlende Flexibilität vor dem vereinbarten Rentenbeginn. Für stark schwankende Einkommen lohnt sich ein Beitrag, den du auch in schlechten Jahren halten kannst, statt jedes Jahr an die Grenze zu gehen und dann auszusteigen.
Reihenfolge: Liquidität, Steuern, dann Anlage
Zuerst sollten Betriebsausgaben, Steuervorauszahlungen und ein privater Notgroschen stehen. Danach kannst du Rürup oder private Rentenbausteine staffeln. ETF-Depots eignen sich gut als flexibler Anteil, weil du Beiträge pausieren kannst, wenn Aufträge ausbleiben. Vermeide die Falle, alles in illiquide Verträge zu schieben und im Alltag trotzdem Kreditlinien zu nutzen. Wer Schichtdienst oder Saisonarbeit kennt, merkt schnell, wie wichtig greifbare Reserven sind.
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Fazit
Altersvorsorge für Selbständige mit Rürup und privat funktioniert, wenn du Pflichtbeiträge, Steuervorteile und Liquidität in einer Reihenfolge bedienst, die zu deinem Einkommensverlauf passt. Rürup ist ein Steuerhebel, kein Ersatz für einen Notgroschen. Ergänze mit flexiblen Bausteinen, damit du in engen Monaten nicht jedes Mal deine komplette Strategie über den Haufen wirfst.
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Quellen und weiterführende Informationen
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- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Deutsche Bundesbank – Basiswissen Geldanlage
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