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Allianz IndexSelect: Was die Deckelung wirklich bedeutet

Der Cap bei Allianz IndexSelect entscheidet über deine Rendite. Wie die Index-Beteiligung mit Höchstgrenze funktioniert, was der Cap kostet und wann sich der Tarif lohnt.

Allianz IndexSelect Vertragsunterlagen mit Cap-Berechnung

Allianz IndexSelect verspricht eine Beteiligung an der Börse ohne Verlustrisiko. Das klingt nach dem Beste-aus-beiden-Welten-Versprechen. Der Haken steckt in einem einzigen Wort: der Deckelung, im Vertrag Cap genannt. Wer verstehen will, ob sich der Tarif lohnt, muss verstehen, wie dieser Cap die Rendite begrenzt.

Kurz gesagt

Bei Allianz IndexSelect wird dein Guthaben nicht direkt in Aktien angelegt, sondern jährlich an der Entwicklung eines Index beteiligt, gedeckelt durch einen Cap von typischerweise 2,5 bis 3,5 Prozent pro Jahr (Stand 2026). Steigt der Index um 12 Prozent, bekommst du nur den Cap gutgeschrieben, der Rest verfällt. Fällt der Index, ist dein Guthaben geschützt, aber das Jahr bringt 0 Prozent. Über 20 Jahre liegt die erwartbare Rendite damit meist deutlich unter einem breit gestreuten ETF-Sparplan. Der Tarif passt für sehr sicherheitsorientierte Sparer, die Schwankungen gar nicht aushalten, nicht für renditeorientierten Vermögensaufbau.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Cap deckelt den jährlichen Gewinn, meist bei 2,5 bis 3,5 Prozent. Indexgewinne darüber verfallen.
  • Verluste werden abgefedert: In einem negativen Indexjahr beträgt die Gutschrift 0 Prozent, das Guthaben sinkt nicht.
  • Die Cap-Höhe ist nicht garantiert. Der Versicherer kann sie jährlich anpassen, oft nach unten.
  • Alternativ zum Cap gibt es die Quote (Partizipationsrate), bei der du einen festen Prozentsatz der Indexbewegung bekommst.
  • Über lange Laufzeiten verliert die gedeckelte Variante meist klar gegen einen ETF-Sparplan.

Wie die Index-Beteiligung funktioniert

Anders als bei einer fondsgebundenen Police bist du bei IndexSelect nicht direkt im Markt investiert. Dein Guthaben liegt im Sicherungsvermögen der Allianz. Einmal im Jahr entscheidest du, ob das Guthaben am Index (meist Euro Stoxx 50 oder ein Allianz-eigener Index) beteiligt wird oder eine sichere Verzinsung bekommt.

Wählst du die Index-Beteiligung, greift der Cap. Der Mechanismus läuft monatlich: Jeder Monatsgewinn des Index wird auf den Cap gedeckelt, jeder Monatsverlust zählt aber voll. Am Jahresende werden die zwölf gedeckelten Monatswerte summiert. Diese Konstruktion ist der Grund, warum die effektive Rendite oft noch niedriger ausfällt, als der Jahres-Cap vermuten lässt.

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Rechenbeispiel: Warum die Monatsdeckelung teuer ist

Angenommen, der Index macht in einem Jahr folgende Bewegung: sechs Monate je plus 4 Prozent, sechs Monate je minus 2 Prozent. Über das Jahr wäre das eine Indexrendite von rund 11,5 Prozent.

MonatstypIndexbewegungNach Cap (3 Prozent)
6 Gewinnmonateje plus 4 Prozentje plus 3 Prozent (gedeckelt)
6 Verlustmonateje minus 2 Prozentje minus 2 Prozent (voll)
Summerund plus 11,5 Prozent6 mal 3 minus 6 mal 2 gleich plus 6 Prozent

Statt 11,5 Prozent Indexrendite bekommst du 6 Prozent gutgeschrieben. Die Gewinne werden gekappt, die Verluste zählen voll. In einem volatilen Jahr frisst diese Asymmetrie einen großen Teil der Rendite.

Was die Deckelung über 20 Jahre kostet

Der Euro Stoxx 50 lieferte historisch im Schnitt rund 6 bis 7 Prozent pro Jahr inklusive Dividenden. IndexSelect-Policen partizipieren aber nicht an Dividenden, nur am Kursindex, und kappen Gewinne über den Cap.

VarianteAnnahme Rendite p.a.Endkapital nach 20 Jahren (200 Euro/Monat)
ETF-Sparplan (Kursindex plus Dividenden)5 Prozent nach Kostenrund 82.000 Euro
IndexSelect mit Cap 3 Prozentrund 2,5 Prozent effektivrund 62.000 Euro
Klassische Verzinsung im Sicherungsvermögenrund 2 Prozentrund 59.000 Euro

Die Differenz von rund 20.000 Euro über 20 Jahre ist der Preis für das Sicherheitsversprechen. Wer Schwankungen aushält, zahlt mit IndexSelect viel für eine Garantie, die er nicht braucht. Mehr zur Kostenlogik in Altersvorsorge-Kosten Benchmarks und Vergleichsrahmen.

Cap oder Quote: Die zwei Beteiligungsmodelle

IndexSelect bietet meist zwei Wege, an der Indexentwicklung teilzunehmen:

  • Cap (Höchstgrenze). Du bekommst die Indexbewegung bis zum Cap, darüber verfällt der Gewinn. Gut in seitwärts laufenden Märkten, schlecht in starken Aufwärtsjahren.
  • Quote (Partizipationsrate). Du bekommst einen festen Prozentsatz jeder Indexbewegung, etwa 60 oder 80 Prozent, ohne absolute Obergrenze. Besser in starken Börsenjahren.

Welches Modell besser ist, hängt vom Marktverlauf ab, den niemand vorhersagt. Beide reduzieren die Rendite gegenüber einer Direktanlage. Wichtig: Sowohl Cap als auch Quote kann der Versicherer jährlich anpassen. Ein heute attraktiver Cap von 3,5 Prozent kann im nächsten Jahr bei 2 Prozent liegen.

Für wen IndexSelect trotzdem passt

Der Tarif ist nicht für jeden falsch. Er passt, wenn alle drei Punkte zutreffen:

  1. Du hältst Kursschwankungen psychisch nicht aus und würdest einen ETF in der Krise panisch verkaufen.
  2. Du willst eine Beitragsgarantie und nimmst dafür bewusst weniger Rendite in Kauf.
  3. Du hast die sicherheitsorientierte Basis schon ausgeschöpft und suchst einen leicht renditeträchtigeren Baustein als das klassische Sicherungsvermögen.

Für den langfristigen Vermögensaufbau mit 20 oder mehr Jahren Horizont ist ein breit gestreuter ETF-Sparplan in fast allen Fällen überlegen. Der Vergleich im Detail steht in ETF-Sparplan oder ETF-Police für die Rente.

Wenn du schon einen IndexSelect-Vertrag hast

Drei Prüfschritte für Bestandskunden:

  1. Aktuellen Cap oder die Quote in der letzten Standmitteilung ablesen und mit der historischen Indexrendite vergleichen.
  2. Prüfen, ob ein Wechsel der Anlageform innerhalb des Vertrags möglich ist (manche Tarife erlauben den Schwenk in eine fondsgebundene Variante).
  3. Effektivkosten gegen einen Nettotarif oder ETF-Sparplan rechnen, bevor du kündigst. Die Methode steht in Altersvorsorge nach Jahren: Bestand zuerst optimieren.

Allgemeine Allianz-Bestandsfragen behandelt die Allianz-FAQ zur Bestandsoptimierung.

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Diese Aufstellung beschreibt die typische Funktionsweise der IndexSelect-Tarife. Konkrete Cap-Höhen, Quoten und Index-Auswahl stehen in deinem Vertragswerk und können davon abweichen.

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Quellen und weiterführende Informationen

Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für Anbieter im Vergleich:

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