
Wer im Alter eine größere Summe zur Verfügung hat, steht vor der Wahl: daraus eine lebenslange Sofortrente machen oder das Geld im Depot lassen und selbst entnehmen. Ein durchgerechnetes Beispiel macht den Unterschied greifbar. Die Zahlen sind bewusst vereinfacht und als Annahmen markiert, sie sind keine Prognose und kein Versprechen einer bestimmten Rendite.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Sofortrente liefert ein garantiertes lebenslanges Einkommen, der Auszahlplan bleibt flexibel und vererbbar.
- Im Beispiel zahlt der Auszahlplan anfangs etwas mehr, trägt aber das Risiko, dass das Geld endet.
- Die Sofortrente lohnt sich rechnerisch vor allem bei einem langen Leben.
- Welche Variante passt, hängt vom Sicherheitswunsch ab, nicht von einer einzelnen Zahl.
Die Ausgangslage
Angenommen, es stehen 100.000 Euro zur Verfügung, etwa aus einer Kapitalauszahlung oder einem Erbe, und der Rentenbeginn liegt bei 67 Jahren. Zwei Wege stehen zur Wahl. Bei der Sofortrente fließt der Betrag in eine Versicherung, die dafür eine lebenslange Rente zahlt. Beim Auszahlplan bleibt das Geld in einem breit gestreuten ETF-Depot, aus dem regelmäßig entnommen wird.
Option A: die Sofortrente
Wie viel Rente aus dem Kapital wird, bestimmt der Rentenfaktor. Als Annahme rechnen wir mit einem Rentenfaktor von 30 Euro je 10.000 Euro. Aus 100.000 Euro werden so 300 Euro Rente im Monat, also 3.600 Euro im Jahr, lebenslang und unabhängig vom Kapitalmarkt.
Der Vorteil ist die Sicherheit: Die Rente fließt, solange man lebt. Der Nachteil ist die geringe Flexibilität. Das Kapital ist gebunden, und ohne Zusatz endet die Rente mit dem Tod. Rechnerisch übersteigt die Summe der ausgezahlten Renten das eingesetzte Kapital nach rund 28 Jahren, also etwa mit 95. Wer deutlich älter wird, fährt mit der Rente gut, wer früh verstirbt, hätte mit dem Kapital mehr für die Erben gehabt. Was der Rentenfaktor genau bedeutet, steht im Glossar zu Rentenfaktor und garantiertem Rentenfaktor.
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Kostenloses Erstgespräch sichernOption B: der Auszahlplan
Beim Auszahlplan bleibt das Geld im Depot. Als Annahme entnehmen wir nach der bekannten Faustregel etwa 4 Prozent im ersten Jahr, das sind 4.000 Euro oder rund 333 Euro im Monat. Die Faustregel ist eine grobe Orientierung aus historischen Daten und keine Garantie, sie kann in schwachen Börsenphasen unter Druck geraten.
Der Auszahlplan zahlt im Beispiel anfangs etwas mehr als die Sofortrente. Dazu bleibt das Kapital flexibel und vererbbar, nicht verbrauchtes Geld geht an die Erben. Der Preis dafür ist das Risiko: Läuft der Markt schlecht, vor allem zu Beginn, kann das Depot schneller schrumpfen, und bei sehr langem Leben ist das Geld womöglich vor dem Lebensende aufgebraucht. Dieses Sequenzrisiko und passende Strategien behandelt ETF in der Auszahlphase: Strategien und typische Fragen.
Der Vergleich im Überblick
| Kriterium | Sofortrente | Auszahlplan aus dem Depot |
|---|---|---|
| Einkommen im Beispiel | 300 Euro pro Monat | rund 333 Euro pro Monat, anfangs |
| Dauer | lebenslang garantiert | bis das Kapital reicht |
| Schutz vor langem Leben | voll | keiner |
| Flexibilität | gering | hoch |
| Vererbbarkeit | je nach Tarif begrenzt | volles Restkapital |
| Marktrisiko | keines | vorhanden |
Die Zahlen sind Annahmen und dienen nur der Veranschaulichung. Der tatsächliche Rentenfaktor, die Marktentwicklung und die Steuer verändern das Bild im Einzelfall.
Die Steuer kurz eingeordnet
Bei der Sofortrente wird nur der Ertragsanteil der Rente besteuert, der vom Alter bei Rentenbeginn abhängt. Beim Auszahlplan fällt auf die Kursgewinne beim Verkauf die Abgeltungsteuer an, gemildert durch die Teilfreistellung und den Sparerpauschbetrag. Der Überblick steht in Auszahlphase: die Grundlagen der Versteuerung.
Wann welche Variante passt
Die Sofortrente passt, wenn ein garantiertes Einkommen und der Schutz vor einem langen Leben im Vordergrund stehen. Der Auszahlplan passt, wenn Flexibilität und Vererbbarkeit wichtiger sind und man mit Schwankungen umgehen kann. Oft ist eine Mischung sinnvoll, ein Teil verrentet als sicherer Sockel, der Rest flexibel im Depot. Die grundsätzliche Abwägung steht in Kapitalauszahlung oder Verrentung: die Grundsatzfrage.
Zum Thema
- Kapitalauszahlung oder Verrentung: die Grundsatzfrage
- Sofortrente: häufige Fragen
- Entnahme-Strategien im Vergleich: ETF, Rente, Mischung
- ETF in der Auszahlphase: Strategien und typische Fragen
- Glossar: Rentenfaktor und garantierter Rentenfaktor
Dieser Vergleich ist eine allgemeine Orientierung und keine Anlageberatung. Die Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel mit angenommenen Werten, keine Prognose. Welche Variante zu dir passt, hängt von Kapital, Sicherheitswunsch und Steuer ab und klärt sich im Erstgespräch.