
Ob der Vorruhestand finanziell trägt, entscheidet sich an zwei Punkten: dem Kapital für die Überbrückung und dem dauerhaften Rentenabschlag. Fünf Fragen dazu, sachlich beantwortet. Die vollständige Rechnung zeigt der Leitfaden Vorruhestand finanzieren.
FAQ
Kann ich mir den Vorruhestand leisten?
Das hängt vor allem davon ab, wie viele Jahre zwischen dem letzten Gehalt und der ersten Rente liegen. Diese Zeit musst du komplett aus eigenem Kapital tragen, inklusive Krankenversicherung und Steuer. Je früher der Ausstieg, desto größer die Lücke. Der erste Schritt ist deshalb, den monatlichen Bedarf und die Zahl der Überbrückungsjahre zu bestimmen.
Wie viel Brückenkapital brauche ich?
Als grobe Formel: monatlicher Bedarf mal zwölf mal Anzahl der Überbrückungsjahre, plus Puffer. Wer mit 63 aufhört, die Rente aber erst mit 67 regulär bekäme, überbrückt vier Jahre. Bei 2.500 Euro Bedarf im Monat sind das grob 140.000 bis 160.000 Euro, inklusive freiwilliger Kranken- und Pflegeversicherung.
Was kostet der frühere Renteneintritt?
Wer die gesetzliche Rente vorzieht, zahlt einen dauerhaften Abschlag von 0,3 Prozent pro vorgezogenem Monat. Bei vier Jahren früher sind das 14,4 Prozent weniger Rente, und zwar lebenslang. Dieser Abschlag bleibt auch nach Erreichen der regulären Altersgrenze bestehen.
Geht ein früherer Renteneintritt auch abschlagsfrei?
Teilweise ja. Besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren können je nach Geburtsjahrgang früher abschlagsfrei in Rente, für jüngere Jahrgänge ab 65. Ob das für dich gilt, hängt von den anrechenbaren Beitragsjahren ab und sollte mit der Rentenversicherung geklärt werden.
Was ist mit der Krankenversicherung in der Zwischenzeit?
Ohne Gehalt musst du dich freiwillig gesetzlich oder privat versichern, oft mit spürbaren Beiträgen von einigen hundert Euro im Monat. Diese Kosten gehören fest in die Brückenrechnung, sie werden gern übersehen. Wie sich die Auszahlphase insgesamt planen lässt, steht im Leitfaden Auszahlphase planen.
Zum Thema
- Vorruhestand finanzieren: Leitfaden mit Brückenrechnung
- Vorruhestand finanzieren: die erste Orientierung
- Auszahlphase planen: der komplette Leitfaden
- Rentenlücke berechnen, so gehts
Diese Antworten sind eine allgemeine Orientierung und keine Renten- oder Steuerberatung. Wie hoch dein Abschlag und dein Kapitalbedarf konkret sind, hängt von Jahrgang, Beitragsjahren und Ausstiegsalter ab und klärt sich mit der Rentenversicherung und im Erstgespräch.
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