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Nettotarif: Was ist das und wann lohnt er sich?

Nettotarife sind Versicherungen ohne Abschlussprovision. Sieben Fragen zu Funktionsweise, Anbietern, Kosten und Eignung mit klaren Antworten.

Vertragsunterzeichnung Nettotarif vs. Provisionspolice im Vergleich

Der Begriff Nettotarif taucht in Beratungsgesprächen immer öfter auf. Sieben Fragen, die im Erstgespräch besonders häufig kommen.

FAQ

Was ist ein Nettotarif überhaupt?

Eine Versicherung oder Police ohne einkalkulierte Abschlussprovision. Die laufenden Verwaltungskosten sind enthalten, aber kein Provisionsanteil für den Vermittler. Die Vergütung der Beratung erfolgt entweder über ein separates Honorar (Honorartarif) oder über laufende Bestandsvergütung.

Wie unterscheidet er sich von einem Provisionstarif?

Beim Provisionstarif werden die Abschlusskosten in den ersten 5 Jahren vom Beitrag abgezogen, oft 2,5 Prozent der gesamten Beitragssumme. Beim Nettotarif fließt dieser Anteil direkt ins Sparguthaben. Über lange Laufzeiten macht das einen substantiellen Unterschied. Mehr in Honorartarif vs. Provision: fünf Rechenbeispiele.

Wer bietet Nettotarife an?

Etwa zwei Drittel der großen deutschen Versicherer haben Nettotarif-Varianten im Programm, oft als „Honorartarif" oder „Nettotarif" bezeichnet. Vermittelt werden sie überwiegend von ungebundenen Maklern und Honorarberatern, weniger über Strukturvertriebe oder Banken.

Wie hoch ist die Ersparnis konkret?

Faustregel: Effektivkosten liegen typischerweise 0,8 bis 1,2 Prozent pro Jahr niedriger als beim vergleichbaren Provisionstarif. Über 25 Jahre Laufzeit summiert sich das auf 15 bis 25 Prozent höheres Endkapital, abzüglich des bezahlten Honorars.

Wer trägt das Honorar?

Der Kunde, falls Honorartarif gewählt wird. Üblich sind Pauschalen zwischen 1.500 und 5.000 Euro je nach Beratungsumfang. Alternativ läuft die Vergütung über die Bestandspflegevergütung des Versicherers (was wirtschaftlich an die Provision erinnert, aber meist niedriger ist). Mehr in Altersvorsorge: Provision oder Netto/Honorar.

Lohnt sich ein Nettotarif für jeden?

Nein. Faustregel: ab einer Sparrate von 150 Euro pro Monat und einer Restlaufzeit über 15 Jahren rechnet sich der Aufpreis fürs Honorar fast immer. Bei sehr kurzen Laufzeiten oder kleinen Sparraten kann eine Provisionspolice günstiger sein.

Kann ich einen bestehenden Provisionsvertrag in einen Nettotarif umwandeln?

Direkt umwandeln meist nicht. Möglich ist ein Wechsel zu einem neuen Nettotarif, ggf. mit Übertragung von Guthaben aus dem Altvertrag. Vor jedem Wechsel die Wechselkosten gegen die Optimierung im Altvertrag rechnen. Mehr im Wechsel-Leitfaden Schritt für Schritt.

Zum Thema

Diese Antworten gelten für die typischen Konstellationen. Welcher Tarif konkret zu dir passt, klärt das Erstgespräch.

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