
Wer vor der regulären Altersgrenze aufhören will, finanziert den Vorruhestand meist aus zwei Quellen, zeitlich versetzt: Ein ETF-Brückendepot trägt die Jahre bis zum Rentenbeginn, danach übernimmt die vorgezogene gesetzliche Rente als sicherer Sockel. Dieser Beitrag zeigt, wie beide zusammenspielen. Die vollständige Brückenrechnung Schritt für Schritt steht im Leitfaden Vorruhestand finanzieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Das ETF-Depot deckt die Zeit ohne Gehalt und ohne Rente, die reine Brücke.
- Die vorgezogene Rente übernimmt danach, mit einem dauerhaften Abschlag.
- In den letzten Jahren vor dem Ausstieg sollte der Teil des Depots, der bald gebraucht wird, risikoärmer werden.
- Rente als sicherer Sockel und Depot als flexibler Teil ergänzen sich gut.
Zwei Einkommensquellen, zeitlich versetzt
Der Vorruhestand zerfällt finanziell in zwei Phasen. In der ersten fließt weder Gehalt noch Rente, diese Lücke muss das eigene Kapital tragen. In der zweiten beginnt die vorgezogene Rente und deckt einen Teil des Bedarfs, der Rest kommt weiter aus dem Depot. Das ETF-Depot ist also nicht nur Brücke, es begleitet den Ruhestand oft auch danach. Wer beide Phasen getrennt plant, sieht klarer, wie viel Kapital wirklich nötig ist.
Phase 1: das ETF-Brückendepot
In der Brückenphase lebt man vom Depot. Zwei Dinge sind hier wichtig. Erstens sollte der Teil, der in den nächsten Jahren gebraucht wird, nicht mehr voll im Aktienmarkt stehen. Ein Crash kurz vor oder im Ausstieg würde sonst genau das Geld treffen, das bald verbraucht wird, das ist das Sequenzrisiko. Zweitens hilft ein Puffer aus sicherem Geld, damit in schwachen Börsenjahren nicht zu ungünstigen Kursen verkauft werden muss. Wie sich ein Auszahlplan sauber aufsetzen lässt, steht in ETF-Auszahlplan aufbauen: die ersten Prüfpunkte.
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Kostenloses Erstgespräch sichernPhase 2: die vorgezogene Rente
Mit dem vorgezogenen Rentenbeginn kommt die zweite Quelle dazu. Der Preis dafür ist ein dauerhafter Abschlag von 0,3 Prozent pro vorgezogenem Monat, bei vier Jahren früher also 14,4 Prozent, und zwar lebenslang. Dafür ist die Rente ein sicheres, lebenslanges Einkommen, das nicht vom Kapitalmarkt abhängt. Seit 2023 darf man neben der vorgezogenen Rente unbegrenzt dazuverdienen, was gleitende Übergänge mit Teilzeit möglich macht. Die Abwägung 63 gegen 67 behandelt Rente mit 63 oder 67: die häufigsten Fragen.
Das Zusammenspiel
Der Reiz des Modells liegt in der Aufteilung. Die Rente bildet den sicheren Sockel, der die Grundkosten deckt, das Depot trägt den flexiblen Teil darüber, aus dem sich auch größere Wünsche wie Reisen finanzieren lassen. In der Brückenphase entnimmt man mehr aus dem Depot, nach Rentenbeginn weniger, weil die Rente einspringt. Das nicht verbrauchte Kapital bleibt vererbbar. Diese Mischung aus Sicherheit und Flexibilität ist meist tragfähiger als der Versuch, alles allein aus dem Depot oder allein aus einer früheren Rente zu stemmen.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung
Angenommen, jemand hört mit 63 auf und bekäme die reguläre Rente mit 67. Vier Jahre müssen komplett aus dem Depot getragen werden. Danach fließt die vorgezogene Rente, um 14,4 Prozent gekürzt, und deckt etwa die Hälfte des Bedarfs, die andere Hälfte kommt weiter aus dem Depot. So muss das Depot nach dem Rentenbeginn deutlich weniger leisten als in der Brückenphase. Die Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel und keine Prognose, sie zeigen nur das Prinzip der zeitlich versetzten Quellen.
Was du beachten solltest
- Den Brückenzeitraum und den Bedarf realistisch bestimmen, inklusive Krankenversicherung und Steuer.
- Den bald benötigten Teil des Depots rechtzeitig risikoärmer stellen.
- Den dauerhaften Rentenabschlag in die Rechnung einbeziehen, nicht nur die Brücke.
- Prüfen, ob ein abschlagsfreier früherer Renteneintritt infrage kommt, etwa als besonders langjährig Versicherter.
Wie sich der gesamte Bedarf ermitteln lässt, steht im Überblick Rentenlücke berechnen, so gehts.
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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Anlage- oder Rentenberatung. Wie sich Vorruhestand aus Depot und Rente im Einzelfall finanzieren lässt, hängt von Kapital, Jahrgang und Bedarf ab und klärt sich mit der Rentenversicherung und im Erstgespräch.