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Beamte und private Vorsorge: wann ein Zusatz sinnvoll ist

Beamte bekommen mit dem Ruhegehalt eine gute Grundversorgung, aber keine gesetzliche Rente. Warum trotzdem oft eine Lücke bleibt, welche Rolle die Dienstunfähigkeit spielt und welche Zusatzbausteine passen.

Beratungsgespräch zur Zusatzvorsorge für Beamte

Beamte bekommen im Alter das Ruhegehalt, also die Beamtenpension, und keine gesetzliche Rente. Das ist eine vergleichsweise gute Grundversorgung, weil sie sich an den letzten Dienstbezügen orientiert. Trotzdem bleibt bei vielen eine Lücke, vor allem bei weniger als 40 Dienstjahren und beim Risiko einer frühen Dienstunfähigkeit. Ob und wie viel private Zusatzvorsorge sinnvoll ist, hängt deshalb stark von der eigenen Dienstzeit ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Ruhegehalt ersetzt bei Beamten die gesetzliche Rente, sie zahlen keine Rentenbeiträge.
  • Der volle Höchstsatz von 71,75 Prozent wird erst nach rund 40 Dienstjahren erreicht.
  • Wer später verbeamtet wird oder als Seiteneinsteiger kommt, erreicht den Höchstsatz oft nicht.
  • Die Dienstunfähigkeit ist ein eigenes Risiko, gerade in den ersten fünf Dienstjahren.
  • Für den Zusatz kommen flexible Bausteine wie ein ETF-Depot oder eine private Rentenlösung infrage.

Wie die Beamtenversorgung funktioniert

Das Ruhegehalt berechnet sich aus zwei Größen: den ruhegehaltfähigen Dienstbezügen und der Dienstzeit. Je Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit steigt der Ruhegehaltssatz um 1,79375 Prozent, bis zu einem Höchstsatz von 71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Diesen Höchstsatz erreicht nur, wer rund 40 Jahre in Vollzeit gedient hat. Anders als Angestellte zahlen Beamte keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Die Begriffe rund um die Beamtenpension erklärt das Glossar zu Pension, Versorgungsbezügen und dem Beamten-Anrecht.

Wo trotzdem eine Lücke bleibt

Auch 71,75 Prozent der letzten Dienstbezüge liegen unter dem vollen letzten Einkommen. Für viele ist das im Alter ausreichend, für andere nicht. Die Lücke wird größer, wenn die 40 Dienstjahre nicht erreicht werden, etwa bei später Verbeamtung, bei Teilzeit oder bei einem Wechsel aus der freien Wirtschaft. Wer mit 35 verbeamtet wird, kommt bis zur Altersgrenze nicht auf 40 volle Jahre und damit nicht auf den Höchstsatz. Dazu entwertet die Inflation die Kaufkraft über die Jahrzehnte. Wie groß die persönliche Lücke ist, lässt sich mit der Methode in Rentenlücke berechnen, so gehts abschätzen, sinngemäß auf die Beamtenpension übertragen.

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Die Dienstunfähigkeit als eigenes Risiko

Ein Punkt wird oft übersehen. Ein Anspruch auf Ruhegehalt entsteht in der Regel erst nach einer Wartezeit von fünf Dienstjahren. Wird ein Beamter vorher dienstunfähig, ohne dass ein Dienstunfall die Ursache ist, besteht meist kein Anspruch auf Ruhegehalt. Stattdessen wird er in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert, was deutlich weniger bringt als die Beamtenversorgung. Gerade Beamte auf Probe und junge Beamte stehen hier ohne ausreichenden Schutz da. Eine private Absicherung der Arbeitskraft, für Beamte mit einer passenden Dienstunfähigkeitsklausel, schließt diese Lücke. Warum die Absicherung der Arbeitskraft vor dem Vermögensaufbau steht, steht in Risikoabsicherung: warum der Hauptverdiener Priorität hat.

Welche Bausteine für den Zusatz passen

Für die zusätzliche Altersvorsorge gelten für Beamte dieselben Grundregeln wie für alle anderen. Ein breit gestreutes ETF-Depot ist flexibel und günstig, eine private Rentenversicherung im Mantel kann bei langer Laufzeit Steuervorteile bringen und liefert eine lebenslange Rente. Was in der Aufbauphase mehr zählt, Flexibilität oder Steuervorteil, hängt von der Lebenssituation ab. Der Vergleich der beiden Wege steht in ETF-Sparplan oder ETF-Police für die Rente. Entscheidend ist, dass der Zusatz zur individuellen Lücke passt und nicht pauschal abgeschlossen wird.

So gehst du vor

  1. Die eigene voraussichtliche Dienstzeit und den erreichbaren Ruhegehaltssatz klären.
  2. Die Lücke zwischen Ruhegehalt und gewünschtem Einkommen im Alter abschätzen.
  3. Die Absicherung der Arbeitskraft prüfen, inklusive Dienstunfähigkeit.
  4. Erst danach einen passenden Zusatzbaustein für die Altersvorsorge wählen.

Zum Thema

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Anlageberatung. Ob und in welcher Höhe eine private Zusatzvorsorge zu deiner Dienstzeit und Lebenssituation passt, klärt sich im Erstgespräch. Der Vertragscheck bei Finance Ausbilder ist kostenlos.

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