Welche Schicht zahlt mir später wie viel? Lohnt Rürup oder bAV? Reicht ein ETF-Sparplan? Diese sieben Fragen kommen im Erstgespräch zum Drei-Schichten-Modell besonders oft. Hier die Antworten ohne Lehrbuch-Stil.
FAQ
Was bedeutet das Drei-Schichten-Modell überhaupt?
Eine steuerliche Sortierung nach Alterseinkünftegesetz von 2005. Schicht 1 ist die Basisversorgung mit gesetzlicher Rente und Rürup. In Schicht 2 läuft die geförderte Zusatzvorsorge mit bAV und Riester. Schicht 3 ist die ungeförderte Privatvorsorge, also klassische Rentenversicherung, fondsgebundene Police oder ETF-Depot. Jede Stufe hat eigene Steuer- und Förderregeln.
Wer ist in welcher Schicht?
Fast jeder Arbeitnehmer landet automatisch in Schicht 1 über die gesetzliche Rente. Schicht 2 läuft über den Arbeitgeber, ist aber freiwillig. Schicht 3 baust du privat auf. Selbstständige sind in Schicht 1 oft nur freiwillig oder über Versorgungswerk versichert, je nach Beruf.
Welche Schicht zuerst aufstocken?
Faustregel: erst Schicht 2 prüfen, weil der Arbeitgeber dort meist 15 Prozent zuschießen muss. Danach Schicht 3 mit einem ETF-Sparplan oder einer ETF-Police. Rürup als Stufe 1 lohnt nur, wenn dein Steuersatz heute deutlich höher ist als später in Rente. Mehr in Gesetzliche Rente reicht nicht: bAV und privat sinnvoll.
Wie unterscheiden sich die Steuerregeln in der Auszahlphase?
Schicht 1 läuft komplett nachgelagert besteuert mit dem persönlichen Steuersatz. Schicht 2 wird auch nachgelagert besteuert, allerdings fallen oft zusätzliche Sozialabgaben an. Schicht 3 läuft günstiger. Nach 12 Jahren Laufzeit und Vollendung des 62. Lebensjahres greift das Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalauszahlung. Mehr in Versicherungsmantel, Halbeinkünfte und Entnahme.
Lohnt sich Rürup für Angestellte?
Selten. Angestellte profitieren stärker von der bAV, weil dort der Arbeitgeber mitzahlt. Für Selbstständige wird Rürup vor allem dann interessant, wenn sie in Schicht 1 sonst nichts haben. Bei Angestellten lohnt sich der Vertrag nur dann, wenn das Bruttoeinkommen sehr hoch ist und alle anderen Förderungen ausgeschöpft sind.
Kann ich zwischen den Schichten wechseln?
Nein. Beim Vertragsabschluss ist die steuerliche Schichtzuordnung festgelegt. Du kannst aber innerhalb einer Stufe den Anbieter oder Tarif wechseln. Wer eine teure Schicht-3-Police kündigt, kann das Geld nicht steuerneutral in eine bAV überführen.
Wie viele Schichten brauche ich?
Drei sind ein Modell, kein Zwang. Die meisten kombinieren gesetzliche Rente plus bAV plus ETF-Sparplan, also Schicht 1 plus 2 plus 3 in unterschiedlichen Anteilen. Eine Rürup-Police kommt erst bei sehr hohen Einkommen oder bei Selbstständigen ins Spiel. Was zu deiner Lage passt, entscheidet der konkrete Cashflow plus Steuersatz heute und in Rente.
Zum Thema
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Diese Antworten sind Orientierung vor einem Beratungsgespräch, keine Anlageberatung.
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Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für Rentenplanung & Lücke schließen:
- Deutsche Rentenversicherung – Rentenarten und Leistungen
- BMF – Einkommensteuer (Steuerliche Behandlung)
- BMAS – Rente und Altersvorsorge
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