
ETF-Sparplan-Anbieter unterscheiden sich 2026 deutlich weniger im Produktangebot als in der Kostenstruktur und der Bedienung. Wer 50 Euro im Monat anlegt, fährt mit anderen Anbietern als jemand mit 500 Euro oder mit einem großen Bestand. Hier der nüchterne Vergleich.
Methodik des Vergleichs
Werte beziehen sich auf den Stand März 2026. Die Anbieter sind in vier Kategorien aufgeteilt, weil sich Kostenmodelle und Zielgruppen stark unterscheiden. Bewertet werden: Sparplan-Gebühr, Einmalkauf-Order-Gebühr, Verwahrkosten, ETF-Auswahl, Sparplan-Aktion-Liste und Komfort-Features (Mobile-App, Steuerreports, Wertpapierübertrag).
Wichtig: Konditionen ändern sich häufig. Vor Eröffnung den aktuellen Konditionen-Auszug prüfen, gerade bei Aktions-ETFs und Promo-Tarifen.
Großer Vergleich auf einen Blick
| Kategorie | Anbieter (Beispiele) | Sparplan-Gebühr | Einmalkauf-Gebühr | Verwahrkosten | ETF-Auswahl |
|---|---|---|---|---|---|
| Neobroker | Trade Republic, Scalable, Finanzen.net Zero, justTRADE | 0 bis 1 Euro | 0 bis 4,90 Euro | 0 Euro | 1.500 bis 2.500 ETFs |
| Premium-Direktbroker | Consorsbank, Comdirect, ING | 0,95 bis 1,5 Prozent | 9,90 bis 19,90 Euro | 0 Euro bei Sparplan | 1.500 bis 2.500 ETFs |
| Filialbanken | DKB, Postbank, Volksbanken | 1,5 bis 2,5 Prozent | 12 bis 30 Euro | 0 bis 36 Euro pro Jahr | 100 bis 500 ETFs |
| Honorartarif-Plattformen | Quirion, Growney, fairr | je nach Vermögen 0,3 bis 0,8 Prozent pro Jahr | Honorar oder All-in-Fee | enthalten in Service-Fee | kuratiert, 5 bis 20 ETFs |
Faustregel: Sparrate unter 100 Euro pro Monat → Neobroker. Sparrate über 200 Euro mit individueller Auswahl → Premium-Direktbroker. Vermögen über 50.000 Euro mit Beratung → Honorartarif-Plattform.
Detail-Vergleich nach Anbieter-Kategorie
Neobroker (Trade Republic, Scalable, Finanzen.net Zero)
Vorteil: Sparpläne kostenlos oder fast kostenlos, einfache App-Bedienung. Trade Republic und Scalable bieten zudem Zinsen auf Cash-Konten. Finanzen.net Zero hat ein besonders breites ETF-Angebot.
Nachteil: Bei größeren Einmalkäufen können versteckte Kosten über den Spread auftauchen. Steuerreports sind okay, aber nicht immer so detailliert wie bei klassischen Direktbrokern.
Eignung: Anfänger mit kleinen Sparraten (25 bis 100 Euro), die kostenoptimiert anlegen wollen.
Premium-Direktbroker (Consorsbank, Comdirect, ING)
Vorteil: Sehr breite ETF-Auswahl, regelmäßige Sparplan-Aktionen mit kostenlosen ETFs (oft 200 bis 500 Aktions-ETFs gleichzeitig), exzellente Steuerreports, Wertpapierübertrag aus anderen Depots unproblematisch.
Nachteil: Bei Aktions-ETFs gilt oft nur ein bestimmter Mindest- oder Maximalbetrag pro Sparplan. Ohne Aktion liegen die Kosten bei 0,95 bis 1,5 Prozent pro Order, was bei kleinen Sparraten relativ teuer wird.
Eignung: Sparer mit 200 bis 500 Euro Sparrate, die Wert auf breite Auswahl und gute Reports legen.
Filialbanken (DKB, Postbank, Volksbanken)
Vorteil: Eine Bank für alles, persönlicher Ansprechpartner möglich, Sparpläne in Aktionen oft kostenlos.
Nachteil: Außerhalb der Aktionen oft teurer (1,5 bis 2,5 Prozent pro Order). ETF-Auswahl meist kleiner. Verwahrkosten teils vorhanden.
Eignung: Sparer, die Wert auf Bündelung legen und nur einen ETF besparen.
Honorartarif-Plattformen (Quirion, Growney, fairr)
Vorteil: Komplettes Vermögensverwaltungs-Konzept inkl. Rebalancing, Risikomanagement und Steueroptimierung. Beratung und Reporting eingebaut.
Nachteil: All-in-Fee von 0,3 bis 0,8 Prozent pro Jahr ist über lange Zeit ein spürbarer Kostenfaktor. Kuratierte ETF-Auswahl, keine freie Wahl.
Eignung: Vermögende Sparer ab 25.000 Euro, die professionelle Verwaltung wünschen und auf manuelle Anpassungen verzichten wollen.
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Kostenloses Erstgespräch sichernRechenbeispiel: 200 Euro Sparrate über 25 Jahre
Annahmen: 200 Euro pro Monat Sparplan, 5 Prozent durchschnittliche Rendite vor Kosten, 25 Jahre Laufzeit. Kosten unterscheiden sich nach Anbieter.
| Anbieter-Kategorie | Effektive Kosten p.a. | Endkapital nach 25 Jahren |
|---|---|---|
| Neobroker (0 Euro Sparplan) | 0,20 Prozent (nur Spread plus TER) | rund 114.000 Euro |
| Premium-Direktbroker (Aktion) | 0,25 Prozent | rund 113.000 Euro |
| Premium-Direktbroker (ohne Aktion) | 1,1 Prozent | rund 99.000 Euro |
| Filialbank (Aktion) | 0,30 Prozent | rund 112.000 Euro |
| Honorartarif (0,5 Prozent Fee) | 0,80 Prozent | rund 104.000 Euro |
Die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter liegt bei rund 15.000 Euro über 25 Jahre, allein durch unterschiedliche Kostenstrukturen. Bei kleineren Sparraten (50 Euro) ist der Effekt prozentual ähnlich, absolut natürlich geringer. Mehr in TER und Effektivkosten, die zwei Kostenkennzahlen.
Welcher Anbieter für welche Lage?
| Lebenslage | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Studierende, 25 Euro Sparrate | Neobroker | Sparplan kostenlos, App-Bedienung |
| Berufseinsteiger, 100 Euro Sparrate | Neobroker oder Direktbroker mit Aktion | Kosten gering, ETF-Auswahl ausreichend |
| Familie, 300 Euro Sparrate | Premium-Direktbroker | Breite Auswahl, gute Reports, Aktions-ETFs |
| Vermögensaufbau, mehrere Tausend Euro Monatsrate | Premium-Direktbroker plus eigene Anlage-Disziplin | Kostenkontrolle, volle Flexibilität |
| Vermögensverwaltung ab 50.000 Euro | Honorartarif oder ungebundener Berater | Professionelles Rebalancing, Steueroptimierung |
| Selbständige mit ETF plus Rürup | Direktbroker plus separater Rürup-Vertrag | Trennung von Schicht 1 und Schicht 3 |
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Drei Auswahl-Punkte, die oft übersehen werden
- Steuerreports. Wer im Depot Veräußerungsgewinne realisiert oder Splittungen vornimmt, braucht saubere Jahressteuerreports. Neobroker liefern hier inzwischen solide, Premium-Direktbroker traditionell am besten.
- Sparplan-Limit pro Aktions-ETF. Manche Anbieter erlauben Aktions-Sparpläne nur bis 500 Euro pro Monat. Wer 1.000 Euro besparen will, zahlt für die zweiten 500 Euro die volle Order-Gebühr.
- Übertrag zu anderem Anbieter. Wer später wechseln will, sollte vorab prüfen, ob der gegenseitige Wertpapierübertrag kostenlos und schnell läuft. Bei Neobrokern oft 4 bis 6 Wochen, bei Premium-Direktbrokern 1 bis 2 Wochen.
Stolperfallen in jedem Vergleich
Drei Punkte, die in den Anbieter-Werbungen klein gedruckt sind:
- Aktions-Konditionen laufen oft aus. Was heute kostenlos ist, kostet morgen 1,5 Prozent. Den jährlichen Konditionen-Check einplanen.
- Ordergebühr bei Einmalkäufen unterscheidet sich von Sparplan-Gebühr. Wer 5.000 Euro einmalig anlegt, zahlt oft das 10-fache der Sparplan-Gebühr.
- Negativzinsen auf Cash-Beständen sind 2024 fast überall weggefallen, aber bei manchen Filialbanken über bestimmten Schwellen wieder im Anflug.
Zusammenfassung als Auswahlraster
| Wenn dich am meisten interessiert | Wähle |
|---|---|
| Niedrigste Kosten bei kleiner Sparrate | Neobroker |
| Breite ETF-Auswahl mit guten Reports | Premium-Direktbroker |
| Professionelle Vermögensverwaltung | Honorartarif-Plattform |
| Bündelung mit Girokonto | Filialbank oder Direktbank-Combo |
Zum Thema
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Dieser Vergleich ersetzt keine individuelle Empfehlung. Konkrete Konditionen prüfst du am besten direkt bei den Anbietern vor Depoteröffnung.
Quellen und weiterführende Informationen
Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für ETF für die Altersvorsorge:
- BaFin – Exchange Traded Funds (ETFs)
- Deutsche Bundesbank – Aufgaben und Themen
- Verbraucherzentrale – Sparen und Anlegen
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