
Die ETF-Police wird oft als Steuersparmodell für die Rente verkauft. Sieben Fragen, die im Erstgespräch besonders häufig kommen, mit den Vor- und Nachteilen ohne Schönfärberei.
FAQ
Was ist eine ETF-Police überhaupt?
Eine fondsgebundene Rentenversicherung, in der ausschließlich oder überwiegend ETFs als Anlage liegen. Du sparst also in ETFs, aber im Mantel einer Versicherung statt im freien Depot. Daraus ergeben sich die typischen Vor- und Nachteile gegenüber dem reinen ETF-Sparplan. Der grundsätzliche Vergleich steht in ETF-Sparplan oder ETF-Police für die Rente.
Was ist der größte Vorteil gegenüber dem Depot?
Die Steuerstundung in der Ansparphase. Umschichtungen und Fondswechsel innerhalb der Police lösen keine Abgeltungsteuer aus, dein Geld bleibt voll investiert. Bei Auszahlung nach dem 62. Geburtstag und mindestens 12 Jahren Laufzeit wird nur die Hälfte des Gewinns mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Das ist das sogenannte Halbeinkünfteverfahren.
Was sind die größten Nachteile?
Höhere Kosten und weniger Flexibilität. Eine Police hat Abschluss- und Verwaltungskosten, die der Depot-Sparplan nicht kennt. Und du kommst an das Geld nicht so frei heran wie im Depot: Eine vorzeitige Kündigung ist oft teuer und macht den Steuervorteil zunichte.
Wie hoch sind die Kosten einer ETF-Police?
Das hängt stark vom Tarif ab. Bei Provisionstarifen liegen die Effektivkosten häufig zwischen 1,2 und 2 Prozent pro Jahr. Bei Nettotarifen ohne Abschlussprovision sind 0,5 bis 1 Prozent möglich. Diese Differenz entscheidet oft darüber, ob sich der Steuervorteil am Ende überhaupt rechnet. Mehr dazu in Kosten der Altersvorsorge: Typische Fragen und im Glossar zu TER und Effektivkosten.
Lohnt sich der Steuervorteil wirklich?
Nur, wenn die Kosten niedrig sind. Ein teurer Provisionstarif frisst den Steuervorteil über die Laufzeit oft wieder auf, dann ist der ETF-Sparplan im Depot trotz Abgeltungsteuer günstiger. Ein günstiger Nettotarif dagegen kann die Steuerstundung und das Halbeinkünfteverfahren in einen echten Vorteil verwandeln. Die Kostenfrage ist also wichtiger als der Steuervorteil selbst.
Für wen passt eine ETF-Police, für wen nicht?
Faustregel: Sie passt bei langer Restlaufzeit über 15 Jahren, einem günstigen Nettotarif und dem Wunsch, das Geld bis zur Rente nicht anzutasten. Sie passt weniger, wenn du Flexibilität brauchst, nur kurze Zeit bis zum Renteneintritt hast oder nur einen teuren Provisionstarif bekommst. Wer netto statt mit Provision arbeiten will, findet die Grundlagen in der Nettotarif-FAQ.
Netto- oder Provisionstarif bei der ETF-Police?
Wenn ETF-Police, dann möglichst als Nettotarif, weil dort der Kostenvorteil liegt, der den Steuervorteil erst trägt. Als ungebundener Versicherungsmakler vergleiche ich Netto- und Provisionsvarianten ergebnisoffen und rechne beide gegen einen reinen ETF-Sparplan, statt eine Lösung vorzugeben.
Zum Thema
- ETF-Sparplan oder ETF-Police für die Rente
- Altersvorsorge im Versicherungsmantel: lohnt es sich?
- Nettotarif: Was ist das und wann lohnt er sich?
- Kosten der Altersvorsorge: Typische Fragen
- TER und Effektivkosten erklärt
Diese Antworten gelten für die typischen Konstellationen. Welcher Weg konkret zu dir passt, hängt von Laufzeit, Tarif und Steuersatz ab und klärt sich im Erstgespräch.
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Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für Versicherungsmantel verstehen:
- BaFin – Kosten kapitalbildender Lebensversicherungen
- BMF – Einkommensteuer (Steuerliche Behandlung)
- Verbraucherzentrale – Altersvorsorge
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