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Vertragscheck Schritt fuer Schritt, der komplette Leitfaden

Sieben Schritte vom ersten Sortieren bis zur Entscheidung. Was du brauchst, was du fragst, was du in Euro rechnest und wann du wirklich wechseln solltest.

Komplette Vertragsunterlagen vor dem Pruefgespraech

Wer einen Altersvorsorgevertrag prueft, will keine Reklame, sondern Zahlen. Diese Anleitung zeigt sieben Schritte, von Sortieren ueber Eurokosten und Szenarien bis zur Entscheidung. Sie funktioniert fuer Privatrente, Riester, Ruerup, fondsgebundene Tarife und bAV. Wer am Ende feststellt, dass der Vertrag passt, hat trotzdem etwas gewonnen, naemlich Begruendung.

Inhalt

  1. Bestand sortieren und Daten anfordern
  2. Effektivkosten und Reduktion der Wertentwicklung lesen
  3. Drei Szenarien rechnen
  4. Steuerwirkung pruefen
  5. Garantie und Renditeerwartung trennen
  6. Wechselkosten gegen Optimierungspotenzial stellen
  7. Entscheiden, schriftlich, mit Bedenkzeit

Schritt 1, Bestand sortieren und Daten anfordern

Bevor irgendwer auf einen Vertrag schaut, brauchst du den Datensatz. Police, letzte Standmitteilung, Produktinformationsblatt, Kostenausweis nach VVG-InfoV. Was fehlt, holst du dir schriftlich beim Versicherer. Antwortzeit bei den meisten Anbietern: zehn Werktage.

Faustregel: ohne diese vier Dokumente kein Termin mit einem Berater. Sonst diskutiert ihr Annahmen statt Fakten.

Schritt 2, Effektivkosten und Reduktion der Wertentwicklung lesen

Die wichtigste Zahl ist die Effektivkosten-Quote, oft bezeichnet als "Reduction in Yield". Sie sagt, wie viel jaehrliche Rendite Vertrag und Vertrieb dir wegnehmen.

SpanneEinordnung
unter 1,0 Prozentsehr guenstig, etwa Honorartarif oder Nettotarif
1,0 bis 1,5 Prozentguenstig, gute fondsgebundene Tarife
1,5 bis 2,0 Prozentdurchschnittlich, klassische Provisionspolicen
2,0 bis 2,5 Prozenthoch, Pruefung empfohlen
ueber 2,5 Prozentsehr hoch, oft Wechsel- oder Optimierungsfall

Mehr zu den einzelnen Kostenarten findest du in Alpha, Beta, Gamma-Kosten in der Altersvorsorge.

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Schritt 3, Drei Szenarien rechnen

A: Vertrag behalten. B: Vertrag optimieren (Fondswechsel, Dynamik aus, Bausteine pruefen). C: Realistische Alternative (z.B. ETF-Police im Honorartarif oder ETF-Depot plus separate Risikoabsicherung).

Identische Annahmen fuer alle drei Szenarien. Sparrate gleich. Restlaufzeit gleich. Renditeannahme gleich (z.B. 5 Prozent vor Kosten).

Beispiel bei 200 Euro Sparrate und 25 Jahren Restlaufzeit:

SzenarioEffektivkostenEndkapital nach 25 Jahren
A behalten, alt2,2 Prozentrund 92.000 Euro
B optimiert, gleicher Mantel1,4 Prozentrund 105.000 Euro
C ETF-Police Honorartarif0,7 Prozentrund 117.000 Euro

Diese Beispielzahlen sind Naeherungen. Sie helfen, das Verhaeltnis zu sehen, nicht eine Punktprognose abzuliefern.

Schritt 4, Steuerwirkung pruefen

Bei Versicherungsmaenteln greift in der Auszahlphase oft das Halbeinkuenfteverfahren oder der Ertragsanteil. Ein ETF-Depot wird mit Vorabpauschale und Teilfreistellung besteuert. Welche Variante netto besser ist, haengt von Einkommen, Auszahlzeitpunkt und Anlagedauer ab. Vertiefung in Versicherungsmantel, Halbeinkuenfte und Entnahme.

Schritt 5, Garantie und Renditeerwartung trennen

Ein klassischer Tarif liefert Garantie, kostet dafuer Rendite. Ein fondsgebundener Tarif schwankt staerker, hat dafuer mehr Aufwaerts-Spielraum. Wer Garantie braucht, weil naher Renteneintritt droht, sollte das nicht aufgeben. Wer 25 Jahre Zeit hat, kann typischerweise ohne Garantie besser fahren. Mehr in Altersvorsorge im Versicherungsmantel, lohnt es sich.

Schritt 6, Wechselkosten gegen Optimierungspotenzial stellen

Wechseln kostet. Sechs typische Posten:

  1. Stornoabzug der alten Police
  2. neue Abschlusskosten beim Folgevertrag
  3. moegliche Steuerbelastung bei vorzeitiger Aufloesung
  4. Verlust laufender Garantiezinsen aus alten Tarifen
  5. Beratungskosten oder Honorar
  6. Zeitlicher Aufwand fuer Antrag und Gesundheitspruefung

Erst wenn Schritt 3 zeigt, dass die Differenz ueber 25 Jahre wirklich substantiell ist, lohnt der Wechsel. Mehr dazu in Altersvorsorge auf ETF wechseln, ab wann lohnt es sich.

Schritt 7, Entscheiden, schriftlich, mit Bedenkzeit

Zwei Wochen Abstand sind Pflicht. Wer Druck spuert, hat kein Vergleichsergebnis vor sich, sondern einen Verkauf. Schriftlich entscheiden heisst: Beratungsprotokoll abzeichnen, Begruendung notieren, Entscheidung mit Datum versehen. Mehr dazu in Beratungsprotokoll Altersvorsorge, Angebote richtig sichern.

Zusammenfassung als Tabelle

SchrittWas passiertPflicht-Output
1Daten sammelnPolice, Standmitteilung, Kostenausweis
2Effektivkosten leseneine Zahl, Quoten-Einordnung
3Szenarien rechnendrei Endkapitalwerte
4Steuer pruefenNetto-Vergleich
5Garantie trennenSicherheits-Bedarf einordnen
6Wechselkosten gegenrechnenBreak-Even in Jahren
7Entscheidenschriftliche Begruendung

Zum Thema

Dieser Leitfaden ersetzt kein Beratungsgespraech, sondern bereitet dich darauf vor.

Quellen und weiterführende Informationen

Vertiefende, offiziell geprüfte Informationen zu den im Beitrag genannten Punkten, kuratiert für Altersvorsorge prüfen & vergleichen:

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